2014 Erzgebirge

 

OGV Erlebnisreise ins Erzgebirge
Am 1. Juni startete eine reisefreudige Gruppe in einem großen modernen Reisebus über Göppingen, A7, A6 Richtung Erzgebirge. Bei der Raststätte Frankenhöhe-Süd wurde ein reichhaltiges Sektfrühstück eingenommen. Durch lustige Gedichtsbeiträge von Reiseteilnehmern verging die Zeit im Bus wie im Flug. In Plauen wurde zu Mittag gegessen. Anschließend ging es ins Plauener Spitzenmuseum, wo die historische Entwicklung der Spitzen- und Stickereiindustrie des Vogtlands mit allen Höhen und Tiefen bis zur Gegenwart dargestellt ist. Danach fuhren wir weiter nach Annaberg-Buchholz, wo wir in einem Hotel in der Innenstadt am Marktplatz unser Quartier bezogen und das erste leckere Abendessen einnahmen.
 
Am 2. Tag brachte uns der Bus nach Cranzahl. Dort bestiegen wir die nostalgische dampfbetriebene Fichtelberg-Schmalspurbahn, die uns in den Kurort Oberwiesenthal brachte.Von dort aus ging es mit dem Bus zum 1210 m hohen Fichtelberg. Bei herrlichem Wetter konnten wir dort eine großartige Aussicht in alle Richtungen genießen. An der dortigen Wetterstation wurde deutlich, wie lange und hart die Winterperiode in diesem bekannten Wintersportgebiet sein kann. Auf der Rückfahrt war noch Gelegenheit für einen Bummel in Oberwiesenthal. Bei unserem Hotel stiegen wir gleich in ein nostalgisches Züglein zur Stadtbesichtigung. Annaberg und Buchholz waren früher getrennte Städte. Der Aufschwung kam durch die Silberfunde und durch den sich daraus entwickelnden Bergbau ab 1491. Buchholz weist eine ausgeprägte Hangbebauung auf und wurde im 2. Weltkrieg stark zerstört.1945 kam es zum Zusammenschluss der Städte. Die Geschichte des Bergbaus ist im Erzgebirgsmuseum ausführlich dargestellt.
 
Am 3. Tag ging es nach Dresden mit Begleitung eines Reiseführers. Auf der Fahrt dorthin gab dieser auch Erläuterungen zur Landschaft, zum Klima und zum Bergbau im Erzgebirge. Das Klima ist relativ rau, man findet kaum einen Obstbaum. Ausgedehnte Wälder, Wiesen und Getreidefelder wechseln sich ab, es geht häufig auf und ab bei nicht besonders großem Höhenunterschied. Während der DDR-Zeit wurde 1 Drittel des von Russland benötigten Urans im Erzgebirge abgebaut. Dies bewerkstelligte die Tarnfirma Wismut. Die Bergleute mussten insbesondere anfangs unter höchst unzulänglichen Arbeitsbedingungen arbeiten, verdienten aber gut und hatten auch Vorteile. Die nach der Wiedervereinigung notwendige Sanierung der Uran – Abbaustätten ist sehr kostenaufwendig und dauert bis dato an. 
 
In Dresden angekommen erhielten wir vom Reiseführer einen City-Plan, in dem die wichtigsten Sehenswürdigkeiten aufgeführt waren, die wir dann nach individueller Interessenlage besichtigten: z.B. die Frauenkirche (die in der Zeit von 1994 bis 2005 soweit als möglich aus den Trümmern der 1945 eingestürzten alten Kirche wiederaufgebaut wurde ), Neumarkt, Verkehrsmuseum, Fürstenzug, Residenzschloss, katholische Hofkirche, Theaterplatz, Semperoper, Augustenbrücke usw. Nach der Mittagspause fuhren wir mit dem Schiff „Dresden“ elbeaufwärts bis zum kurfürstlichen Lustschloss Pillnitz. Dabei beeindruckten insbesondere die imposanten Brückenbauwerke über die Elbe. In Pillnitz bestiegen wir dann wieder unseren Bus. Bei der Rückfahrt fuhren wir auch an der neuen umstrittenen Waldschlösschenbrücke vorbei, wegen der Dresden den Status „Weltkulturerbe“ verlor. Die Fahrt führte uns auch durch die Stadt Chemnitz. Diese im 2. Weltkrieg stark zerstörte Stadt ist inzwischen weitgehend wieder aufgebaut. Dennoch gibt es noch zahlreiche Ruinen, bei denen bisher aus verschiedenen Gründen eine Sanierung noch nicht möglich war.
 
Am 4. Tag fuhren wir zu dem bekannten Holzschnitzer-Ort Seiffen. Das Programm begann mit der Besichtigung des Freilichtmuseums. Der Leiter des Museums erklärte uns anhand verschiedener Musterhäuser und Werkstätten das erzgebirgische Alltagsleben des 19. und
frühen 20. Jahrhunderts. In den Häusern ging es eng zu, es gab nur eine „warme Stube“, in der sich das Familienleben hauptsächlich abspielte. Die Hauptattraktion im Freilichtmuseum bildet das originale „Preislersche Wasserkraftdrehwerk“ von 1760. In der Drehstubenwerkstatt wird das Kunsthandwerk des Reifendrehens authentisch vorgeführt. Das ca ein Jahr im Wasser gelagerte feuchte Holz wird von wasserkraftgetriebenen Drehwerkzeugen bearbeitet. Aus den gedrechselten Holzreifen können dann mit einem Messer Spielzeug-Holzfiguren abgeschnitten werden.
Nach dem Mittagessen in Seiffen bestand die Möglichkeit, die Bergkirche zu besichtigen oder eine Shopping-Tour durch die zahlreichen Läden mit erzgebirgischer Holzschnittkunst zu machen. Das Angebot an Schwippbogen-Motiven, Holzpyramiden und Holzfiguren war überwältigend, ihre Wirkung kommt insbesondere in der Weihnachtszeit voll zur Geltung. Die Faszination der Seiffener Holzkunst muss für einige der Reiseteilnehmer so interessant gewesen sein, dass diese erst verspätet am Bus eingetroffen sind.
Auf der Rückfahrt wurde in Frauenstein ein Halt eingelegt, um uns im Museum des Renaissance-Schlosses über das Leben und Werk der bekannten Orgelbauer Gottfried und Andreas Silbermann zu informieren. Außerdem konnte man sich im Museum über die Stadtgeschichte von Frauenstein informieren.
 
Am 5. Tag machten wir uns wieder auf die Rückreise. Nach einem kurzen Aufenthalt in Schwarzenberg zur Besichtigung von Schloss und Barockkirche legten wir im „Rasthof Fränkische Schweiz“ die Mittagspause ein. Nach einem weiteren Stop in der „Raststätte Ellwanger Berge“ ließen wir die Reise in einer Gaststätte in Schwäbisch –Gmünd beim Abendessen gemütlich ausklingen.
Kurz vor der Ankunft in Plochingen bedankte sich der 1. Vorsitzende R. Schwilk beim Ehepaar A. und V. Busch mit einem kleinen Präsent für die wie gewohnt perfekte Organisation und Durchführung der 5-Tagesreise. Reiseleiter Busch dankte unserem Busfahrer mit einem gebührenden Trinkgeld für die sichere Fahrweise auf der ca 1500km langen Reisestrecke. Da es auch der Wettergott über die gesamten 5 Tage gut mit uns gemeint hat, bin ich sicher, dass der Ausflug bei allen Teilnehmern in guter Erinnerung bleiben wird.
G.L.