2012 Nagold

OGV in Nagold und auf der Landesgartenschau
 
Am 13. September fuhren wir bei spätsommerlichem Wetter mit unserem bewährten Busfahrer Josef P. nach Nagold. Am Haupteingang zur Landesgartenschau (LGS) konnte gewählt werden: entweder eine Führung durch die LGS oder eine durch die Altstadt von Nagold .Der Berichterstatter wählte die Führung durch die LGS.

Die LGS umfasst 5 Areale: Die Altstadt, die Burgruine Hohennagold, den Stadtpark Kleb, den Krautbühlpark  und den Riedbrunnenpark. Während die ersten beiden Areale frei zugänglich sind, gehören die 3 Parks zum abgezäunten Gelände der LGS.

  • Im Riedbrunnenpark befindet sich der veranstalterische Mittelpunkt der LGS mit einer neu errichteten Hauptbühne für diverse Veranstaltungen, mit Ausstellungsgärten und Spielplätzen.
  • Im Stadtteil Kleb sind die berühmte Schloßbergterrasse, Spielmöglichkeiten und eine Hauptbühne.
  • Im historischen Krautbühlpark gibt es neben dem Fürstengrabhügel (Keltengrab) 6 Themengärten mit jahreszeitlich unterschiedlicher Farb-Gestaltung.

Nachfolgend werden einige Höhepunkte bzw. Besonderheiten aufgeführt, welche für eine LGS einmalig bzw. für Nagold prägend sind:

  • Blumenhalle: bestehend aus 10 Räumen eines ehemaligen Brauereigeländes. Hier finden im 2-wöchentlichem Wechsel Blumenschauen statt. Das aktuelle Thema lautete: „Zeitliches und Ewiges“. Es war beeindruckend, mit welcher floristischen Kreativität und mit welch  einfühlsamen Texten das Thema Trauer präsentiert wurde.
  • „Wachsende Kirche“: bestehend aus 24 Linden, umgeben mit einem Weidenzaun.
  • Innovative Wohnwelt: Ein auf der Nagold schwimmender ca. 40 qm großer Wohnpavillion mit raffinierter Einrichtungstechnik (Functionality Cube)
  • Platanenkubus: ein 1000 Kubikmeter großes, begehbares baubotanisches Bauwerk
  • Kamelhof Rotfelden: Hier können Kamele gefüttert, gestreichelt und geritten werden.
  • Forstkugel: aus Holz und Glas, für Ausstellungen aus dem Forstbereich
  • Historische Bahn „Altensteigerle“: 3 Waggons und eine Lok erinnern an die frühere Schmalspurbahn zwischen Nagold und Altensteig.
  • Seilbahn-Attraktion: Vom 20 m hohen Startturm kann man 500m über den Riedbrunnenpark schweben, ein Nervenkitzel besonderer Art.
  • Treffpunkt Ba-Wü: ein moderner Holzbau für Ausstellungen und Veranstaltungen, …soll später zu einer Kindertagesstätte umfunktioniert werden
  • Renaturierung der Waldach im Bereich der LGS: ein Musterbeispiel der ökologischen Neugestaltung des Flussverlaufs

Die Führung endete zur Mittagszeit. Nun konnte man sich an dem reichhaltigen Gastronomieangebot in angenehmer Atmosphäre stärken. Einige der Teilnehmer der LGS-Führung widmeten sich nun speziellen Themen in der LGS, andere machten einen Abstecher in die Innenstadt / Altstadt. Hierbei fiel auf, dass die Altstadt mit ihren interessanten Fachwerkbauten und historischen Plätzen durch farbenprächtige Pflanzen-Arrangements u.ä. im Sinne der „Grünen Urbanität“ aufgewertet und eindrucksvoll in Szene gesetzt wurde.

Kurz nach 17 Uhr startete unser Bus zur Heimfahrt. Am Waldrand von Holzbronn nahe Calw kehrten wir in einem urig-schwäbischen Lokal ein, in dessen Mitte ein Birnbaum mit einem Rabennest in der Krone stand. Bei einem zünftigen Abendessen ließen wir den Ausflug  bei gemütlichem Beisammensein ausklingen. An diesen schönen Ausflugstag, bei dem auch das Wetter gut mitspielte, werden sich die Teilnehmer gerne erinnern. Organisation und Durchführung des Ausflugs lagen wieder in den bewährten Händen der Familie Busch.

G.L.


 

2012 Thüringen

 

Erlebnisreise nach Thüringen
Der diesjährige 5-Tagesausflug führte uns mit einem modernen Reisebus nach Thüringen. Über die A81 und A7 und gestärkt mit dem traditionellen Sektfrühstück erreichten wir zur Mittagszeit unseren Zielort Mühlhausen, wo wir in unserem Hotel Quartier bezogen. Mühlhausen liegt nahe am geographischen Mittelpunkt Deutschlands. Nach einem Kaffee mit Kuchen ging es mit einem nostalgischen Bähnle zur Stadtrundfahrt: Wir waren überrascht, wie viele historischen Zeugnisse diese frühere Reichs- und Hansestadt zu bieten hat: 11 Kirchen, eine weitgehend erhaltene Stadtmauer und eine Vielzahl interessanter Fachwerkhäuser. Der Reformator Thomas Müntzer und Sebastian Bach haben hier gewirkt. In Mühlhausen wurde erfreulicherweise in den Kriegen wenig zerstört. In das historische Stadtbild fügen sich restaurierte und neue Gebäude harmonisch ein. Vor dem Abendessen besichtigten wir noch die hausinterne Brauerei. Das anschließende Buffet schmeckte mit dem Freibier der Brauerei besonders gut.
 
Am 2.Tag fuhren wir durch die schöne Landschaft Thüringens nach Marksuhl zur Besichtigung der Hirschvogel Aluminium GmbH. Diese Firma ist eine der führenden Hersteller von geschmiedeten Aluminium-Teilen in Deutschland. Aluminium hat den Vorteil, dass es korrosionsbeständig, wesentlich leichter und damit Gewichtssparender ist, was z.B. im Fahrzeugbau vorteilhaft ist. In den einzelnen Produktionslinien wird das meist stangenförmige Ausgangsmaterial (Rohlinge) erwärmt und unter Anwendung hoher Presskräfte in Werkzeugformen gepresst. (Gesenk – Schmiede – Technik).Dabei kommen soweit als möglich Roboter zum Einsatz. Am Beispiel einer PKW – Hinterachse wurde uns gezeigt, wo die geschmiedeten Aluminium-Teile zum Einsatz kommen. Weiter ging es nach Bad Salzungen. Nach einem gemeinsamen Mittagsimbiss konnte man die Freizeit zur Besichtigung des Sole-Heilbads mit Gradierwerk nutzen, einen Spaziergang um den Burgsee machen oder einfach durch das Städtchen bummeln. Anschließend fuhren wir nach Bad Liebenstein, dem ältesten Heilbad Thüringens. Die dort gewährte Freizeit nutzten einige zu einem Spaziergang um einen kleinen See, andere machten einen Abstecher in das dortige Cafe, in dem es leckere Eisspezialitäten gab, bevor der Bus die Rückfahrt zu unserem Hotel antrat.
 
Der 3. Tag galt dem Erleben von Natur pur. Unser Bus fuhr zum Naturpark Hainich, dem größten zusammenhängenden Laubwaldgebiet Deutschlands. Dort erwartete uns eine Flotte von 4 Pferdegespannen zu einer romantischen Kremserfahrt durch das landschaftlich einmalige Naturschutzgebiet. Diese Erlebnis-Fahrt endete in Hörselberg-Hainich, wo wir uns mit einem deftigen Thüringer Grillbüffet stärken konnten. Die meisten von uns besichtigten auch noch im nahen Wald das neu eingerichtete Wildkatzen-Gehege. Weiter ging es zu einer neuartigen touristischen Einrichtung: Zu dem Baumkronenpfad im Nationalpark Hainich. Der Pfad schlängelt sich auf einer Länge von 530m in 24 m Höhe im Bereich der Baumkronen, wobei Schilder auf die jeweilige Pflanzen- und Tierwelt hinweisen. Ein 44m hoher Baumturm mit Baumhaus bietet eine herrliche Aussicht über die Wipfel des Rotbuchenwaldes des Naturparks und über das Thüringer Becken. Die Sicht reicht bis zum „Brocken“, der höchsten Erhebung im Harz. Nun fuhren wir zügig in unser Hotel zurück, um nach dem Abendessen an einem Chorkonzert in der benachbarten gotischen Bach-Kirche „Divi Blasii“ teilnehmen zu können. Zu unserer Überraschung gastierte dort der Reutlinger Knabenchor  „capella vocalis“, einer der berühmtesten Knabenchöre Deutschlands.
 
Der 4. Tag war der leidvollen Geschichte des 2.Weltkriegs gewidmet. Die Fahrt ging nach Nordhausen zur KZ – Gedenkstätte Mittelbau-Dora. Bei einer Führung wurde uns die Geschichte dieses KZ `s erläutert. Es war eine Außenstelle des KZ Buchenwald und wurde 1943 gegründet. Nach der Zerstörung der Raketenrüstung in Peenemünde wurde die Produktion der V1- und V2- Raketen in das geheime Stollenlager im Kohnstein bei Nordhausen verlegt. Für den Stollenbau und die Raketenmontage wurde eine Vielzahl von Â Arbeitskräften benötigt, welche aus dem eigenen Land und aus den damals von Deutschen besetzten Ländern geholt wurden. Bei der Stollenbegehung wurde deutlich, unter welchen mörderischen Bedingungen die Häftlinge untertage arbeiten mussten und wie würdelos sie behandelt wurden. Im Museumsgebäude konnte man sich anhand von Film- und Ausstellungsdokumenten noch vertieft über das KZ-Lager informieren. Nach einem einfachen Mittagessen fuhren wir weiter zum Kyffhäuser. Witterungsbedingt haben wir das größte Denkmal Thüringens mit der Sandsteinfigur Kaiser Friedrich Barbarossa I Im Vorbeifahren „besichtigt“.
 
Am 5. Tag ( Fronleichnam ), stand bereits wieder die Rückfahrt an. In Gotha machten wir noch einen Halt. Bei einer Stadtführung erfuhren wir Näheres über die geschichtliche Entwicklung der ehemaligen Haupt- und Residenzstadt des Herzogtums Sachsen-Coburg und Gotha. Der Weg zum historischen Rathaus führte vorbei am Schloss Friedenstein mit Rosengarten und vielen Bürgerhäusern, die von der früheren Bedeutung der Stadt als Handelzentrum zeugen
 
Nach der Mittagspause und individueller Freizeit ging die Rückfahrt zügig weiter. Gegen Abend machten wir in einem Landgasthof bei Weinsberg Halt. Dort haben wir den Ausflug beim Abendessen und gemütlichen Beisammensein ausklingen lassen. Kurz vor der Ankunft in Plochingen bedankte sich unser 1.Vorsitzender Reinhold Schwilk bei dem Ehepaar Anne und Volker Busch mit einem kleinen Weinpräsent für die hervorragende Organisation und Durchführung dieses 5-tägigen Ausflugs. Ein herzliches Dankeschön ging auch an unseren bewährten Fahrer Josef P., der uns wieder sicher nach Hause gebracht hat. Der Erlebnis-Ausflug mit den Schwerpunkten Technik, Natur, und Geschichte wird sicher allen Teilnehmern trotz der meist kühlen und manchmal feuchten Witterung in guter Erinnerung bleiben.
G. L.